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Jugendaustausch

Der internationalen Jugendarbeit wird angesichts unterschiedlichster gesellschaftspolitischer und weltpolitischer Probleme eine entscheidende Bedeutung zugesprochen. So sind internationale Jugendbegegnungen ein wichtiger Bestandteil der Arbeit vieler Mitgliedsorganisationen innerhalb des Stadtjugendrings. Die Mitgliedsverbände haben Partnergruppen in vielen Ländern (z. B. Japan, Russland, Israel, Zypern, u. a.) und befinden sich mit ihnen in einem regen Austausch. Interkulturelle Jugendbegegnungen haben sich zu einem pädagogischen Arbeitsfeld entwickelt, das dem Anspruch folgt, in einer Welt „Brücken der Verständigung“ zu bilden.

Internationale Jugendarbeit bietet den Teilnehmenden eine Plattform, junge Menschen aus anderen Ländern auf gleicher Augenhöhe kennen zu lernen. Durch persönliche Kontakte kann das Leben von Kindern und Jugendlichen in anderen Gesellschaften erfahren werden, sie können sich über ihre Lebens- Arbeits- und Freizeitbedingungen austauschen. Bei interkulturellem Lernen treffen nationale Verhaltensmuster aufeinander, die reflektiert, problematisiert, verglichen und im Umgang miteinander erprobt werden. Die Konfrontation mit anderen Kulturen und Lebensgewohnheiten schärft den Blick für mögliche Gemeinsamkeiten.

Bei einer gut vorbereiteten Jugendbegegnung mit interessantem und anspruchsvollem Programm haben die Teilnehmenden die Chance, sich für die Lebensumstände, -gewohnheiten und Probleme der Menschen in den verschiedenen Ländern zu sensibilisieren. Darüber hinaus entwickeln sich bei den Jugendlichen durch (inter)kulturelles Kennenlernen auf verschiedenen Ebenen Toleranz und Respekt gegenüber anderen Wertesystemen, aber auch politisches Interesse und Engagement.

Natürlich sollen die Begegnungen auch viel Spaß machen, Vorurteile überwunden und die Partnerländer jenseits ausgetrampelter Touristenpfade neu entdeckt werden. Ob nun junge Deutsche nach Israel fahren oder japanische Jugendliche nach Deutschland kommen, immer steht der universale Gedanke der Völkerverständigung im Mittelpunkt. Gleichzeitig sind die jugendlichen TeilnehmerInnen auch „BotschafterInnen“ ihres Landes, wenn sie im internationalen Kontext agieren. Im Nahen Osten zum Beispiel treffen sich palästinensische und jüdische Jugendliche gemeinsam mit deutschen Jugendlichen und leisten so ihren Beitrag zur Verständigung. Die Teilnehmenden erfahren „nebenbei“ viel über internationale Konflikte und die Möglichkeiten, sie zu bewältigen. Gerade wegen dieser vielfältigen Lernopti¬onen ist es den Jugendverbänden so wichtig, junge Menschen aus unterschiedlichen Kulturen zusammen zu bringen. Die Verbände sind sich sicher, durch internationale Jugendarbeit verkrustete Denkstrukturen aufzubrechen und der anonymen, globalen Medienwelt durch persönliche Kontakte etwas entgegensetzen zu können.